Szene-Treffpunkt: Bar für Trolley-Spotter in Berlin eröffnet

 

Ein Highlight für jeden Trolleyspotter: Rollkoffer im Doppelpack

kojote/BERLIN, 18.10.- Die unzähligen Städtetouristen lösen in der Hauptstadt nicht bei jedem Begeisterung aus – für “Trolleyspotter” sind sie jedoch unverzichtbar. Die Anhänger des Trendhobbies haben jetzt sogar eine eigene Bar in Mitte.

“Es gibt nichts Schöneres als das Geräusch eines heranknatternden Rollkoffers im Morgengrauen”, sagt Malte Buntschuh. Während er mit der linken Hand seine Kamera auf einen blauen Trolley richtet, den ein junger Mann vorbeizieht, rührt er mit der Rechten Zucker in seinen Espresso: Buntschuh sitzt vor dem neu eröffneten “T-Spot“, einer sogenannten Spotterbar in der Kastanienallee. Der 24-Jährige, der beruflich “irgendwas mit Praktikum” macht, gehört zu der stetig wachsenden Zahl von Trolleyspottern, die jeden Tag in der Berliner Innenstadt auf Beutezug gehen.

Die Anhänger dieses neuen Freizeitkults fotografieren Rollkoffer, sammeln und katalogisieren die Bilder in Datenbanken nach Marke, Modell und Produktionsjahr. So liefert die Spotter-App “TrolleyDroid” auf Buntschuhs Handy alle Daten zu dem Koffer, der gerade vorbeitackert: Rimowa XG 221 Blueline, EAN 225645777AX. “Eine kleine Sonderserie für eine spanische Handelskette”, weiß Buntschuh auf Anhieb. “Sehr selten!” Später wird er das Foto auf seinen Blog “Click-N-Roll” hochladen und auf anerkennende Kommentare aus der Spottercommunity hoffen.

“Früher standen wir oft vor Hostels und Bubble-Tea-Läden herum”, erzählt Buntschuhs Spotterkollege Joachim Klobatz (48) am Nachbartisch.”Mit dem T-Spot haben wir jetzt eine Anlaufstelle in strategisch bester Lage.” Zu den beliebten “Trolley-Nights” mit Foto-Tauschbörse und Marken-Quiz kämen regelmäßig über 500 Gleichgesinnte ins T-Spot. Coole Cocktails mit Namen wie”Frozen Samsonite” und “Sex On The Delsey” würden ihr übriges tun.

Gründer und Betreiber des T-Spot ist Spotterveteran Albert Schlotz (48). Der sieht den Erfolg seines Konzepts als Ansporn für eine Expansion: Im November eröffnet er mit dem “Hipster Watchtower” in Neukölln einen Treffpunkt für Vollbart-Spotter.


Bild: By Dirk Ingo Franke (Own work) [CC-BY-SA-3.0] via Wikimedia Commons

Kurz-URL: http://www.kojote-magazin.de/?p=6860

Von am 1 Okt 2012. Abgelegt unter Aufmacher, Berlin. Folgen Sie diesem Artikel mit RSS 2.0. Kommentare sind vorübergehend geschlossen, Pingbacks sind möglich.

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